to be continued

Die offizielle Schließung des „Gleis 3“ Mitte 2010 hat dazu geführt, dass in dieser Lokalität vorerst keine Veranstaltungen mit rechtem oder rechtsoffenem Hintergrund zu erwarten sind. Dies gilt natürlich nicht für die gesamte Region. Die bisherige Arbeit des Infokollektiv G3 soll somit nicht beendet werden. Mit dem neuen Blog möchten wir weiterhin über Veranstaltungen, Clubs, Musikgruppen u. Ä. örtlich ungebunden berichten.

Update #2 Fireblade Force Festival in der Nähe von Torgau?

Auf der Homepage des „Fireblade Force Festival“ wurde am Samstag die Verlegung der Veranstaltung nach Torgau OT Neiden verkündet. Die Rennstrecke „Zum Österreicher“ soll nun Austragungsort des Festivals werden. Die US-amerikanische NS Black Metal Band „Inquisition“ wirbt nach wie vor für das Festival in Zwönitz. Zum jetzigen Zeitpunkt kursieren drei verschiedene Locations im Netz. Bleibt abzuwarten, ob sich die Zahl der BesucherInnen durch das hin und her für Eichhorn und Konsorten denoch positiv auswirken wird.

Update: „Fireblade Force Festival“ in Zwönitz!

Änderung. Das Festival wird nun doch nicht im vogtländischen Neustadt auf dem Militärgelände stattfinden. Neuer Veranstaltungsort wird die Lokalität „Wind“ in Zwönitz – erneut offen für NS-Black Metal, Grauzone und Black Metal Bands aller Couleur. Erst am 26. März 2010 fand ein ähnliches Festival, das „Ritual of a thousand knives“ mit einschlägigen Bands in diesem Club statt. Es kann kein Zufall sein, dass der Betreiber des „Wind“ Heiko Rothe seine Räumlichkeiten erneut für Björn Eichhorn und seine Crew zur Verfügung stellt. Sei es aus schlicht wirtschaftlichen Gesichtspunkten oder aus Faszination gegenüber dem okkulten Flair.

Etwas verwirrt könnten die interessierten SchwarzmetallerInnen aufgrund der unterschiedlichen Bandankündigungen gewesen sein. War noch anfangs neben „Horna“ auch „Corpus Christii“ angekündigt, fehlen diese beiden NS-Black Metal Bands nun im Line-up. Ohne sie gäbe es nur 18 der 20 geplanten Acts.

erster Flyer:

zweiter Flyer:

Die BetreiberInnen des einzigen in der Nähe befindlichen Campingplatzes (Geyer) wurden bereits über die möglichen Gäste und deren Gepflogenheiten informiert.

Trotz Differenzen zum Extremismusdiskurs dokumentieren wir einige Informationen vom Infoblog “fight fascism“ über einen Teil der Bands die zum diesjährigem „Fireblade Force Festival“ spielen sollen:

Der Frontmann der finnischen Band „Horna“, die über zahlreiche Berührungspunkte zum Rechtsextremismus verfügt, bekannte sich ganz offen zum Nationalsozialismus.
„Dagon“, ein Mitglied der US-amerikanischen Band „Inquisition„, die bereits 2007 beim „Fireblade Force“ auftrat, fällt durch antisemitische und homophobe Interview-Aussagen auf, zB: „Ich bin ein verheirateter Mann und habe dunkle Gedanken wie Juden, Christen und andere Insekten zu töten …“
Auch das einzige ständige Mitglied der Band „Corpus Christii„, „Nocturnus Horrendus“, findet positive Seiten am Nationalsozialismus: „Ich bin kein Nazi, ich bewundere einfach die okkulte Seite des Nazismus, das ist alles. Sie haben einigen Seelen in die Hölle verholfen, dafür muss ich ihnen danken.“ Die Band „Morte Incandescente“, in der „Nocturnus“ auch aktiv ist, bildete auf ihrer Homepage ein abgewandeltes Hakenkreuz ab.
Die Band „Forgotten Darkness“ bewegt sich ebenfalls im rechtsextremen Dunstkreis, zB trat sie 2005 bei einem Konzert mit den neonazistischen Bands „Nokturnal Mortum“ und „T.H.O.R.“ auf.
Das einzige ständige Mitglied der Band „Baptism“, „Lord Sargofagian“, wirkt auch als Schlagzeuger der NS-Black Metal-Band „Satanic Warmaster“, weiters ist er auch bei „Horna“ und bei den neonazistischen Black Metal-Projekten „Trotzreich“ und „Ymir“ aktiv. „Trotzreich“ verwenden in ihrem Band-Logo u.a. ein Hakenkreuz und SS-Runen.

Der deutschen Band „Andras“ wird Offenheit zum Rechtsextremismus sowie mangelnde Distanzierung vorgeworfen. „Occulta Mors“, der bis 2005 Mitglied bei „Andras“ aktiv war, und „Andras“-Mitglied „Shardik“ sind bzw. waren in der NSBM-Band „Totenburg“ bzw. in der umstrittenen Band „Nachtfalke“  aktiv, „Occulta Mors“ tätigte im Zusammenhang mit „Nachtfalke“ rechtsextreme Aussagen und wurde aus der Band „Lyssa“ entlassen, weil er bei ihren Auftritten den Arm zum Hitlergruß  hob und die Musiker „keine Nazis in ihrer Band“ wollten. Die Musiker von „Andras“ betonen, stolz auf die eigene Heimat zu sein, die Musik aber mit keinerlei politische Aussagen zu verbinden. Ungeachtet dessen verwendeten sie im Intro ihres Albums „…Of Old Wisdom“ das Gedicht „Ewiger Wald – Ewiges Volk“ aus dem nationalsozialistischen Blut-und-Boden-Film „Ewiger Wald“ von 1936.
Die Gruppe „Dies Ater“ verabschiedete sich in einem Interview mit den Worten: “Heil an unsere Freunde aus dem Reich”. Wer diese Freunde sind, wird deutlich bei einem Blick in das Inlay der Mitte 2000 veröffentlichten CD “Through Weird Woods”, die problemlos auch bei größeren Handelsketten erworben werden kann. Dort wird neben Hendrik Möbus’ „Darker Than Black Records“ auch die NS-Black-Metal-Band „Totenburg“ gegrüßt. Darüber hinaus wird im Black-Metal-Magazin Legacy berichtet, wie „Dies Ater“ eine Coverversion des Songs “Jew Clan” der nicht minder umstrittenen Band „Vilkates“ mit antisemitischen Äußerungen ankündigten. Zwei Mitglieder von „Dies Ater“ spielen zusammen mit Sven Zimper von „Absurd“ in der Band „Cryogenic“. Unbestätigten Gerüchten zufolge sollen Mitglieder von „Dies Ater“ darüber hinaus auch in der konspirativ agierenden Neonazi-Band „Schiffbruch 88″, die mit Lied-Titeln wie „Heil Satan, Heil Hitler“ oder „Auschwitz Polka“ aufwartet, aktiv sein.
„Forgotten Tomb„-Frontmann „Herr Morbid“ schimpfte in einem Interview über ein virtuelles Auktionshaus: „Dieses E-Gay ist ein verdammtes jüdisches Geschäft“. Ein gemeinsamer Auftritt der Band mit der Gruppe „Absurd“ im Jahr 2005 unterstreicht die einschlägige Orientierung der Band.

Weitere Informationen zum „Fireblade Force Festival“ in Lichtenstein/Sa. veranstaltet von Björn Eichhorn.

2009

2008

NS-Black Metal in den Bergen

Dieser Artikel erschien zuerst im DER RECHTE RAND Nummer 125 Juli August 2010 Seite 19

Porträt des Clubs »Gleis 3«

Seit über einem Jahr finden immer wieder Konzerte mit Bands, meist konspirativ organisiert, aus dem »National Socialist
Black Metal«-Spektrum in Annaberg-Buchholz (Erzgebirge) statt.

Von Carsten Spielvogel

Eine »getarnte rechtsextremistische Musikveranstaltung«, hieß es in der überregionalen Presse über ein verhindertes Konzert vom 29. Mai 2010 im Club »Gleis 3« in Annaberg-Buchholz (Erzgebirge). Der Veranstalter und Inhaber Björn Eichhorn und zwei seiner FreundInnen mussten von der Polizei gewaltsam aus dem Club geholt werden. Sie leisteten Widerstand. Auch Verstöße gegen das Waffen- und Sprengstoffgesetz wurden durch die Polizei an diesem Abend festgestellt, an dem der Auftritt der extrem rechten Black-Metal-Bands »Totenburg«, »Isolfur«, »Heldgard« und »Stolthet« vorgesehen war. Letztendlich konnte es wohl doch an einem Ausweichort im 50 km entfernten Zwickau stattfinden.

Veranstaltungen

Anfang Mai 2010 wurde auf der hauseigenen MySpace-Homepage die Schließung des Clubs verkündet, da er »finanziell nicht mehr tragbar« sei. Der letzte Gig sollte am 15. des Monats über die Bühne gehen. »Die Schließung hat nichts mit den Repressionen zu tun, die diese linken Hetzer verursacht haben«, merkte der Autor an. Zuvor wurden mindestens neun Konzerte mit internationaler Beteiligung von NSBM-Bands wie »Temnozor« oder »Sekhmet« veranstaltet. Daneben spielten auch mehrere deutsche Bands aus diesem Sub-Genre wie »Leichenzug«, »Eugenik«, »Magog« und »Permafrost«, ebenso soll auch »Absurd« aufgetreten sein. Hendrik Möbus postete dazu im MySpace-Gästebuch von »Gleis 3« einen Flyer für diese Veranstaltung. Möbus ist übrigens mit seinem Label auch in der »Friends«-Liste von »Gleis 3« zu finden. Zum diesjährigen völkischen Trauermarsch in Dresden am 13. Februar 2010 bat Björn Eichhorn um »zahlreiches Erscheinen« der »Stammgäste«. Für den Abend lud er dann zur Aftershow im »Gleis 3« ein, wo die regionale Naziband »T.H.O.R.« aus Schneeberg aufspielte. Am 26. März 2010 musste ein geplantes NSBM-Konzert wegen möglichen Platzmangels im »Gleis 3« in die größere Lokalität »Wind« ins nahe gelegene Zwönitz verlegt werden. Die OrganisatorInnen blieben dabei natürlich dieselben. Neben den auf Europatour befindlichen Bands »Taake«, »Horna« und »Angantyr« spielten auch »Ofermod«, »Vorkreist« und »Black Shore«. Einige dieser Bands, die nicht dem NSBM zugerechnet werden können, bewegen sich bewusst in der Grauzone. Um sich mit Gleichgesinnten regelmäßig zu treffen, wurde eigens der exklusive »Nationalistische(r) Stammtisch Gleis 3« gegründet. Da heißt es: »in gemütlicher Runde bei Musik & Trunk kommen uns sicherlich noch einige Ideen, wie man zukünftige Abende augestalten (sic!) könnte (Konzerte, Filme, Vorträge oder einfach nur Besäufnis).« Weiter heißt es »Deshalb bitte ich Euch, die Informationen und Daten, (…) höchst vertraulich an eure Kameraden weiter zu geben. Achtung: Die Veranstaltungsdaten werden nicht auf den offiziellen Gleis3 Internetseiten aufgeführt.« In mehreren Blogeinträgen versicherten die Betreiber, »Gleis 3« sei keinesfalls ein Club, in dem neonazistische Musikgruppen spielen würden und sie fügten hinzu, die »sogenannte Antifa« würde sich »unhaltbare Behauptungen« ausdenken. Verständlich: Wer aus wirtschaftlichen Zwecken auch nicht-rechte Musikgruppen zu Gast haben möchte, kann sich ein solches Image im Normalfall nicht erlauben. Erst am 1. Juni 2010 war der »Freien Presse« zu entnehmen, dass auch der Verfassungsschutz in dem Lokal seit 2009 wiederholt zu Auftritten »rechtsextremistischer Musikgruppen« ausmachte.

Die Veranstalter

Der Veranstalter Björn Eichhorn (21) betreibt nebenbei das Label »Mephistopheles Productions« sowie die Konzertagentur »Mephistopheles Concerts«, die jährlich das »Fireblade Force Festival« in Lichtenstein (bei Chemnitz) veranstaltet. Dort traten ebenfalls Vertreter des nationalsozialistischen Flügels der Black Metal-Szene auf. Beispielsweise traten 2007 »Nachtfalke «, ein Soloprojekt der regionalen NSBM-Band »Occulta Mors«, »Corpus Christi« und »Morrigan«, 2008 »Satanic Warmaster « und »Silva Nigra«, 2009 »Impaled Nazarene«, die für ihre homophoben Liedtexte bekannt sind, oder »Angantyr« auf. Dieses Jahr wurde das Festival ins vogtländische Neustadt auf den Bezelberg, ein ehemaliges Militärgelände, verlegt. Dass dort erneut einschlägige Bands als »Special Guest« auftreten werden, ist den Veranstaltern durchaus zuzutrauen. Stev Lippold (33) ist Mitbetreiber und ehemaliger Vorsitzender des »Hagalaz e.V.« aus dem benachbarten Elterlein. Im gleichnamigen Club fanden ebenfalls diverse Konzerte mit NSBM Bands statt. Des weiteren organisiert der Verein jährlich das » Thunders over Miriquidi«- Festival, bei dem auch »Nachtfalke« schon aufgetreten ist.

Ausblick

Sollte der Club »Gleis 3« wirklich stillgelegt werden, bleibt abzuwarten, wo eventuell eine neue Location für derartige Veranstaltungen entsteht. Denn neben dem Angebot bzw. den bestehenden Kontakten aus dem internationalen NSBM-Spektrum gibt es eine erlebnisorientierte braune »Schwarzmetaller«-Szene. Und diese hat gewiss noch lange nicht genug.

Weitere Informationen auf unserem Blog http://gleisdrei.blogsport.de

Update zum verhinderten Nazikonzert vom 29. Mai

Wir dokumentieren eine Meldung aus dem Regioticker der Freien Presse vom 01. Juni 2010

Annaberg-Buchholz: Polizei ermittelt wegen Waffenbesitz

Annaberg-Buchholz. Im Rahmen eines Einsatzes gegen ein rechtsextremes Konzert in Annaberg-Buchholz hat die Polizei am Samstag Verstöße gegen das Waffen- sowie das Sprengstoffgesetz festgestellt. Wie die Polizeidirektion Chemnitz-Erzgebirge gestern mitteilte, wurden bei zwei Personen Schlagringe gefunden. Eine weitere Person führte Feuerwerkskörper mit sich. Gegen alle drei Verdächtigen sei Anzeige erstattet worden. Der Einsatz hatte am Samstag ein laut Polizei rechtsextremes Konzert in dem Club „Gleis 3″ verhindert. Dem Verfassungsschutz zufolge ist es in dem Lokal seit 2009 wiederholt zu Auftritten rechtsextremistischer Musikgruppen gekommen. Die Clubbetreiber waren gestern nicht erreichbar.

Nazikonzert verhindert!

Laut MDR hat am Samstagabend ein Großaufgebot der Polizei ein Konzert der rechten Szene verhindert. 40 Besucher_innen erhielten einen Platzverweis. Der 21 jährige Veranstalter wurde, da er Widerstand leistete, gewaltsam aus „der Gaststätte am Bahnhofsplatz“ rausgeholt. Mit 2 weiteren Begleitern verbrachte er die Nacht in Polizeigewahrsam.
Die rechte Musikveranstaltung konnte durch den Einsatz der Polizei nicht planmäßig in Annaberg-Buchholz im „Gleis 3″ stattfinden, sondern soll kurzfristig nach Zwickau verlegt worden sein.
Dass die als Geburtstagsfeier getarnte Veranstaltung im „Gleis 3“ floppte, erwarteten die „Lokführer“ Eichhorn und Lippold wohl kaum. In NSBM Kreisen wurde konspirativ für dieses Konzert mit dem Titel „Ein Tanz in die Endzeit“ am 29. Mai geworben. Ob hier die Schließung des „Eventclubs“ zum Monatsende gemeint ist? Das „letzte Konzert“ fand ja laut der MySpace-Seite des „Gleis 3″ bereits am 15. Mai statt. Letzten Samstag standen allerdings die NSBM-Bands „Totenburg“, „Isolfur“ und „Heldgard“ alle aus Thüringen, sowie „Stolthet“ aus Sachsen auf dem Programm. Bis auf „Stolthet“ haben die anderen Bands bereits vorher mit dem „Gleis 3“ Bekanntschaft gemacht.

In der Einladung heißt es: „ACHTUNG: ES HANDELT SICH HIER UM EINE GESCHLOSSENE FEIER UND KEINE ÖFFENTLICHE VERANSTALTUNG,SOMIT WERDEN DIE PFORTEN DER UNTERWELT VERSCHLOSSEN BLEIBEN,WENN IHR KEINE PERSÖNLICHE EINLADUNG VORLEGEN KÖNNT,DA GIBT ES KEIN WENN UND ABER !!!“

Weitere Informationen zu diesem Konzert und den Bands hier.

STILLGELEGT?

Wie auf der MySpace-Seite des „Gleis 3“ in einem Blogeintrag zu lesen ist, steht am Samstag, den 15.05.10 das wohl letzte Konzert des Clubs an. Hierbei handelt es sich um eine Veranstaltung, bei der offiziell keine rechten Bands angekündigt werden und deshalb auch öffentlich dafür geworben wird. Als Grund für die anstehende Schließung werden finanzielle Probleme angegeben. Weiterhin ist zu lesen: „Um unseren treuesten Propagandisten von der so genannten „Antifa“ gleich den Wind aus den Segeln zu nehmen: Die Schließung hat nichts mit den Repressionen zu tun, die diese linken Hetzer verursacht haben.“

Mit „Repressionen“ ist aller Wahrscheinlichkeit nach auch der Hausbesuch der Polizei am letzten Samstag gemeint. Dieser war nach unseren Erkenntnissen der erste überhaupt, obwohl schon viel länger über die stattfindenden NSBM -und Nazikonzerte informiert wurde.

Ob die Schließung nun längerfristiger Natur ist und ob bzw. wo die Anklang findenden rechten „Musik“-Veranstaltungen zukünftig stattfinden werden, bleibt vorerst abzuwarten.

Alte Bekannte

Die Veranstaltung mit den bereits erwähnten NSBM und Grauzone-Bands startete gegen 19.00Uhr.
Während sich drinnen die ersten Gäste einfanden, tummelten sich der weilen draußen bei Regenwetter vereinzelt dunkle Gestalten unter anderem mit Springerstiefeln, Triskele, Schwarze Sonne oder Lebensrune die auch als Symbol für die völkische Allgermanische Heidnische Front genutzt wird. Besucher_innen des Konzertes in Zwönitz reisten neben Sachsen auch aus Thüringen, Bayern und Sachsen-Anhalt an. Der „Wind“-Betreiber Heiko Rothe hingegen hüllt sich weiterhin in Schweigen. Ganz nach dem Motto:Ich hör‘, seh‘ und sag‘ nichts! Wie ein Abi-Ball oder eine Familienfete sah das nicht aus und der Tourbus stand natürlich auch nur so herum. Eigens um „Besuchern und Bands mehr Platz“ zu bieten wurde das Konzert verlegt. Diese Rechnung scheint nicht aufgegangen zu sein, waren es doch nicht viel mehr als 200 Besucher_innen. Bis zu 800 Menschen passen laut Rothe in den „Wind“, der noch eine weitere Lokalität in Zwönitz sowie eine in Annaberg-B. und Lauterbach besitzt.

Für manch einen der Gäste der Veranstaltung mit dem Namen „Ritual Of A Thousend Knives“ dürften Bands wie „Taake“ und „Angantyr“ keine Unbekannten sein. Haben die doch im letztem Jahr erst im sächsischen Lichtenstein beim „Fireblade Force Festival“ gespielt. „Taake“ und „Horna“ hatten bereits vor Jahren am 29. November 2002 im „Hagalaz“ Club in Elterlein gespielt, das Pendant für das „Gleis 3“.

Infokollektiv G3

Pressemitteilung des Infokollektiv G3

Erneut NSBM-Konzert in der Region – diesmal im „Wind“

Am 26. März 2010 findet im Zwönitzer „Wind“ auf der Hartensteiner Str. 9 ein Konzert mit Bands statt, die der nationalsozialistischen Black Metal Szene zuzurechnen sind. Ursprünglich sollte das Konzert im „Gleis 3“ in Annaberg-Buchholz stattfinden. Deren Betreiber haben in der Vergangenheit mehrere Konzerte mit nationalsozialistischen Black Metal Bands organisiert, wie z.B. „Leichenzug“ und mit Rechtsrock-Bands wie „Eugenik“. Die Musiker vertreten zum Teil eine nationalsozialistische Gesinnung und verarbeiten diese Ideologie oder Aspekte derselben in ihrem Auftreten oder in den Texten. An diesem besagten Abend sollen laut dem Veranstalter die norwegische Band „Taake“, „Horna“ aus Finnland, die dänische Band „Angantyr“, „Ofermod“ aus Schweden, „Vorkreist“ aus Frankreich sowie die deutsche Band „Black Shore“ auftreten.

Des Weiteren heißt es auf der Homepage des „Gleis 3“: “Das Konzert (…) wird in den „Wind“ nach Zwönitz verlegt, der Besuchern und Bands mehr Platz bietet“. Der Betreiber des „Wind“ Heiko Rothe äußerte hingegen fadenscheinig, dass am 26. „keine Veranstaltung geplant“ ist.

Zu den am Abend auftretenden Bands ist bekannt, dass der Frontmann von „Angantyr“ in einem Interview über “…mit all den Juden-kontrollierten multirassischen multinationalen Firmen, die den letzten Tropfen reinen Blutes aus der Welt saugen…” sprach (Fehler im Original). Der Frontmann der Band “Taake”, Ørjan Stedjeberg, trat bei einem Konzert in Essen mit einem auf die Brust aufgemalten Hakenkreuz auf. “Auf einer ideellen Ebene funktioniert der Nationalsozialismus sehr gut“, meint der Frontmann von „Horna“. Im Jahr 2001 bekannte sich “Shatraug” der „Horna“- Frontmann ganz offen zur nationalsozialistischen Ideologie: “Ja, ich unterstütze ihn…“ (Anm. den Nationalsozialismus) Zudem vertreibt er über sein Label Musik extrem rechter Bands.

Die anderen Bands rechnen wir der Grauzone zu, deren Übergänge von „unpolitisch“ zu „patriotisch“ bis hin zu „nationalistisch“ fließend sind. Da sie gemeinsam mit Bands die nationalistisches, rassistisches und/oder antisemitisches Gedankengut sowie rechte Ideologiefragmente vertreten nicht distanzieren bzw. mit diesen gemeinsam auftreten. Es wurden bereits 2 Konzerte der auf Europa-Tour befindlichen Bands abgesagt.

Daniel Spielvogel für das Infokollektiv G3

Richtigstellung

Im Artikel Erneut NSBM-Konzert im „Gleis 3“ oder „Wind“ wurde behauptet das „Absurd“ beim „Fireblade Force Festivals“ gespielt haben soll. Wir haben den Fehler korrigiert.