A little less conversation, a little more action please!

Ursprünglich wurde das bis dahin eher wenig genutzte Gebäude, das heutige „Gleis 3“ im Herbst 2006 von einem Annaberger Gastronom gepachtet. Es begannen aufwendige Renovierungsarbeiten bis am 24.03.07 die Eröffnungsparty steigen konnte. Ab da an fanden regelmäßig Veranstaltungen – fast ausschließlich Disco – statt.
Laut Gewerbeverzeichnis sind seit Beginn 2009 Björn Eichhorn und Stev Lippold die neuen Betreiber. Der Name des Etablissements blieb der selbe, lediglich das Logo wurde überarbeitet.
Eine viel gravierendere Veränderung bestand allerdings im Charakter der Veranstaltungen. Seither gilt das „Gleis 3“ als Anlaufpunkt Nummer 1 in der Region wenn es um Metal, Black Metal, Gothic, Deathrock, Darkwave, Batcave, Mittelalter etc. geht. Am meisten wirbt der Club über die Internetplattform MySpace.com. Die eigentliche Internetseite gleis3-event.de wird eher stiefmütterlich verwaltet.
Was allerdings erst wirklich für Bekanntheit in der einschlägigen Szene sorgt, sind die konspirativen Konzerte, auf denen sogenannte NSBM (National Socialist Black Metal) Bands ihre heidnischen, rassistischen, antisemitischen und nationalsozialistischen Lieder „zum Besten geben“. Diese Veranstaltungen werden allerdings nicht öffentlich beworben, sondern eher „geheim“ übermittelt. Trotzdem oder gerade dadurch gelang dem „Gleis 3“ in der NSBM-Szene ein mindestens bundesweiter Bekanntheitsgrad.

Seit Mai 2009 weisen verschiedene Gruppen und Initiativen auf die rechten Veranstaltungen im „Gleis 3“ hin. Polizei und Staatsschutz unternahmen bisher allerdings noch nichts Ersichtliches.
Auf der Myspace-Seite des „Eventclubs“ wurde im vergangenem Jahr eine Stellungnahme gepostet. In dieser hat Baron Münchhausen anscheinend Regie geführt.

Fakt ist allerdings, dass im vergangenem Jahr mindestens 4 Konzerte mit NSBM-Bands stattfanden. (siehe Chronik)
Ob der NSBM-Gefolgschaft eine solch öffentliche Verleugnung gefällt, bleibt ungewiss.
Die Initiatoren hoffen anscheinend auf politisches Desinteresse und eigenmündige Inkompetenz ihrer sonstigen BesucherInnen. Diese Rechnung scheint aufzugehen. Eine vollkommen oberflächliche Auseinandersetzung mit bestehenden Kritikpunkten scheint hinreichend genug, um die erlebnisorientierte Besucherschaft zu vereinnahmen und die Rechtmäßigkeit und Unabdingbarkeit des „Eventclubs“ zu rechtfertigen. In dieser Hinsicht erscheint auch die Entwicklung der örtlich gegebenen unreflektierenden Jugendkulturen als besorgniserregend.
Anscheinend kann sich der „Club“ nicht konkret den Anschuldigungen verwehren, sodass die Rolle des von „ der Antifa eine Linksextremistische Gruppierung“ verleumdete Opfer als hinreichende Rechtfertigung dienen soll.
Es werden voraussichtlich auch in Zukunft NSBM-Konzerte stattfinden, da es bis jetzt seitens der Veranstalter nichts zu befürchten gibt.

Um diesen Zustand war es lange genug viel zu ruhig, Zeit eine Kampagne ins Leben zu rufen und offensiver gegen das Annaberger „Gleis 3″ vorzugehen!

In diesem Sinne:

Das „Gleis 3″ auf’s Abstellgleis, Nazikonzerte verhindern!

Infokollektiv G3 Januar 2010